Portrait S. Schenk-Ulbrich
Sigrid Schenk-Ulbrich

 

 

 

Schon der Schritt, die Hilfe einer dritten Person in Anspruch zu nehmen, ist schwer und erfordert Mut und Vertrauen – Vertrauen zu einem Menschen, den man nicht kennt.

Vielleicht wird es leichter, wenn ich ein wenig von mir erzähle. Ich bin nicht das Glückskind, dem alles in den Schoß fiel. Mein Lebensweg verlief nicht geradlinig, sondern mit vielen Kurven, auch auf Um- und Nebenwegen. Ich habe viel Erfahrung im scheinbar freien Fall, aber auch im „Sich-Bekrabbeln“, sich wieder Aufrappeln, Aufstehen und mit neuen Erkenntnissen Weitergehen.

Auf meinem Weg habe ich viel Ermutigung, Unterstützung, Hilfe durch Therapeutinnen und Ausbilderinnen erfahren. Sie halfen mir beim Sortieren. Wenn es gelang, meine Ansicht auf ein Problem von verschiedenen Seiten her zu betrachten, dann ergaben sich mehrere Lösungen und ich spürte deutlich, ich habe die Wahl, auch die Macht, Dinge in meinem Sinne zu verändern. Gefühle von Gefangensein in einer Situation, ihr machtlos ausgeliefert, hilflos zu sein, konnte ich so überwinden und Souveränität, Freiheit, Selbstbestimmung gewinnen.